Wie 2021 wirklich anders und besser werden kann

Wie 2021 wirklich anders und besser werden kann

Neujahr Vorsätze mal anders
Photo by Kristopher Roller on Unsplash

Es ist der Anfang eines neuen Jahres – 365 noch ungelebte Tage liegen vor dir wie 365 unbeschriebene Blatt Papier. Die Einladung für ein neues Kapitel, gar ein neues Buch, ein neues Leben. Eine, die zu diesem Zeitpunkt wie gerufen kommt, denn wer möchte 2020 nicht in die Vergangenheit verbannen und nochmal von vorne beginnen?

Zeit also für Neujahrswünsche und gute Vorsätze. Diesjährige Wünsche fangen wohl bei Gesundheit an und hören bei Normalität auf. Und bezüglich der Vorsätze können einfach die von letztem Jahr nochmal herhalten, die vor etwa elf Monaten vorerst über Bord geworfen wurden.

Doch reicht das, damit 2021 wirklich alles anders wird?

Nicht ganz, denn ein neues Kalenderjahr allein ändert noch keine Lebensumstände (und löst auch keine Pandemie in Luft auf). Für einen wirklichen Wandel muss vor allem das innere Mindset mitziehen.

 

Neues Jahr, neues Glück?

Ein Neubeginn in Form eines neuen Jahres fasziniert Menschen seit jeher. In nahezu jedem Kulturkreis sind Bräuche zum Jahreswechsel bis heute weit verbreitet. Mit Kerzen, Feuer oder Feuerwerk wurden schon früher alte Geister vertrieben und das neue Jahr feierlich begrüsst.

Ebenso sind Neujahrsresolutionen weiterhin ein beliebtes Ritual. Du nimmst dir fest vor, längst überfällige Ziele im neuen Jahr endlich zu erreichen und deinem Traumleben oder deiner Wunschvorstellung von dir selbst so ein Stück näher zu kommen. Die Intentionen dahinter sind meist gut und dennoch halten viele Vorsätze nur wenige Wochen an, bis sie sich dann wieder im Sand des Alltags verlaufen.

Das kann verschiedene Ursachen haben und zum Beispiel von Überforderung oder zu wenig Entschlossenheit zeugen. Um neue Gewohnheiten zu etablieren, bedarf es Geduld und Ausdauer. Dein Leben wird sich nicht innerhalb eines Monats verändern – um die Ergebnisse deiner Resolutionen zu spüren, musst du auch dann dranbleiben, wenn die neujährliche Anfangsinspiration langsam verschwindet.

Ausserdem solltest du dir nicht zu viel auf einmal vornehmen. Vielleicht versuchst du es in diesem Jahr mit nur einem Vorsatzund noch dazu einer, den du auch erreichen kannst. Dazu musst du zum einen festlegen, wie der Erfolg messbar wird und wie du die Umsetzung angehen möchtest. Statt dir vorzunehmen, dich gesünder zu ernähren, musst du also auch definieren, was gesunde Ernährung für dich bedeutet und wie du diese – Schritt für Schritt – in deinen Alltag integrieren möchtest. Leite mehrere kleine Vorhaben ab, die dein grosses Ziel unterstützen. So hast du regelmässige Erfolgserlebnisse und hältst deinen Vorsatz eher ein.

 

Mehr Akzeptanz und weniger Optimierungsversuche

Und dennoch wird eine erreichte Neujahrsresolution noch nicht zwangsweise zu wahrer Zufriedenheit führen. Denn die findet sich selten im Aussen, auf das die meisten Neujahrsvorsätze abzielen.

Wie 2020 eingehend gezeigt hat, kannst du nicht immer alles beeinflussen. Manchmal ereignen sich Dinge, die du nicht kommen sehen und in deiner Jahresplanung nicht berücksichtigt hast. Diese können dennoch die Kraft haben, dein Leben auf den Kopf zu stellen.

Die Wahrheit ist, dass solche Dinge immer wieder auftreten können. Du kannst die besten Neujahrsvorsätze haben und musst dir trotzdem eingestehen, nicht alles kontrollieren zu können. Was du aber kontrollieren kannst, ist deine innere Einstellung und dein Mindset.

Vielleicht geht es beim Neuanfang nicht darum, dass im neuen Jahr alles ganz anders und viel besser wird. Vielleicht geht es darum, dein Leben endlich so anzunehmen, wie es ist – unter allen Umständen. Indem du Akzeptanz übst, befreist du dich von dem Drang, gegen alles ankämpfen zu wollen. Das spart nicht nur Energie, sondern schenkt dir auch Gelassenheit und eine neue Sichtweise.

 

Dem neuen Jahr mit einem Beginner’s Mind begegnen

Eine neue Perspektive ermöglicht dir auch Shoshin – ein Konzept aus dem Zen-Buddhismus, das mit Beginner’s Mindoder Anfängergeist übersetzt wird. Shoshin bedeutet, Nicht-Wissen und Nicht-Können anzuerkennen und der Welt mit Neugier und Offenheit und dafür ohne Annahmen oder Vorurteile zu begegnen. Man könnte auch sagen, dass Shoshin heisst, die Welt durch die Augen eines Kindes zu sehen.

Versuche, dem neuen Jahr gegenüber genau diese Haltung einzunehmen. Mach dich frei von zu konkreten Erwartungen, Vorstellungen und Plänen und sei stattdessen offen für alles, was kommen mag. Ein Beginner’s Mind hat viel mit Achtsamkeit zu tun. Schliesslich erfordert es, im Hier und Jetzt zu sein und sich von Erinnerungen an die Vergangenheit oder Gedanken über die Zukunft zu lösen.

Du weisst nicht, was 2021 passieren wird oder wie Dinge sich entwickeln werden. Du kannst vieles auch nicht ändern. Und genau darin liegt das Geschenk des Neuanfangs: Alles ist möglich. Nimm jeden Tag einzeln und öffne dich für die unzählbaren Möglichkeiten. Ohne die Erwartung, dass etwas anders sein sollte als es ist.

Genau darin liegt mein einziger Vorsatz für 2021 – dem neuen Jahr mit der inneren Haltung von Shoshin begegnen und ihm so überhaupt erst die Chance zu geben, gut werden zu können.

 

Anfangsritual: Schreibe einen Brief an dein zukünftiges Ich

Zum Abschluss möchte ich noch ein Ritual mit dir teilen, dass sich gut eignet, deine Wünsche für 2021 zu festigen. Vielleicht hast du im Rahmen deines Jahresabschlusses bereits einen Brief an dein Ich von vor einem Jahr geschrieben und in diesem das vergangene Jahr reflektiert. Zum Jahresanfang kannst du nun einen Brief in die Zukunft schreiben: an dein Ich in genau einem Jahr.

Schreibe über deine Hoffnungen und Ängste für das kommende Jahr. Darüber, wie es dir jetzt gerade geht, wie du dich in einem Jahr fühlen möchtest und was du dir von den kommenden Monaten erhoffst. Fass alles, was du dir für 2021 wünschst, in Worte.Über futureme.org kannst du dir deinen Brief in genau einem Jahr zuschicken lassen.1

 

Starte gelassen ins neue Jahr

Ein neues Jahr bedeutet, neue Geschichten zu schreiben. In diese dürfen Erkenntnisse des vergangenen Jahres ebenso wie ganz neue Erfahrungen einfliessen. Was auch immer in den kommenden 12 Monaten geschehen wird, begegne ihm mit Akzeptanz und Gelassenheit. Befreie dich von Erwartungen und einem zu hohen Mass an Selbstoptimierung. Vielleicht versuchst du stattdessen, jeden Tag durch die Augen eines Beginner’s Minds zu betrachten – denn ein neues Jahr heisst auch genau das: nicht wissen zu müssen, was kommt.

Quelle

[1] FutureMe (2020). Write a letter to the future. Zugriff am 31.12.2020 unter futureme.org

Share
Miriam Sommer

Miriam Sommer

Zeige alle Beiträge von Miriam Sommer

Miriam arbeitet als freie Autorin und Yogalehrerin. Durch längere Reisen in fremde Länder wuchs ihre Passion für achtsames, bewusstes Leben und Persönlichkeitsentwicklung. Während sie früher geübte Langschläferin war, ist ihr heute der frühe Morgen die liebste Zeit des Tages.

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar