Vinyasa Yoga – das kreative Yoga

Vinyasa Yoga – das kreative Yoga

Vinyasa Yoga Beschrieb
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Yoga ist nicht gleich Yoga: Es gibt nicht nur eine Weise, Yoga zu praktizieren, sondern unzählige verschiedene Yogastile. Teils sind sie parallel entstanden, haben sich voneinander abgeleitet oder beziehen gar andere Philosophien und Lehren mit ein. Diese Serie über die bekanntesten und verbreitetsten Yogastile soll etwas Licht in diesen Yoga-Wald bringen.

 

Was ist Vinyasa Yoga?

Vinyasa Yoga ist das Gegenteil von starr und langweilig – vielmehr fliesst du durch kreative, dynamische Asana-Sequenzen. Dabei werden Bewegungen mit deiner Atmung synchronisiert, wodurch du in eine Art Flow-Zustand gelangst. Man spricht beim Vinyasa-Yoga daher auch oft von einer Meditation in Bewegung.

Der Name Vinyasa setzt sich zusammen aus den beiden Sanskrit-Silben vi und nyasa. Vi bedeutet übersetzt soviel wie auf eine bestimmte Weise und nyasa heisst in etwa setzen, stellen, legen. Zusammengesetzt kann Vinyasa also mit auf eine bestimmte Weise eine Position einnehmen übersetzt werden. Der Weg ist im Vinyasa Yoga also das Ziel: Die fliessenden Übergänge zwischen einzelnen Haltungen stehen im Zentrum dieser Yogapraxis. Das erfordert körperliche Ausdauer und geistige Konzentration.

 

Die Entstehung von Vinyasa Yoga

Im Westen zählt Vinyasa Yoga seit Jahren zu den beliebtesten Yogastilen. Die Ursprünge gehen zwar auf das aus Indien stammende Ashtanga Yoga zurück, dieses wurde aber von westlichen Yogi*nis in den 1980er Jahren weiterentwickelt und an die moderne westliche Welt angepasst. Mit Vinyasa Yoga sollte eine Verbindung aus der spirituellen indischen und der dynamischen westlichen Welt geschaffen werden.

Eine Form des Vinyasa Yogas ist das sogenannte Power Yoga, das vom US-Amerikaner Bryan Kest begründet wurde. Power Yoga legt den Schwerpunkt auf das körperliche Workout und verzichtet weitgehend auf die spirituellen Aspekte des Yogas. Eine weitere Ausprägung ist das Jivamukti Yoga, welches von tänzerischen Sequenzen bestimmt ist und durchaus eine spirituelle Komponente mit sich bringt.

 

So übst du Vinyasa Yoga

Anders als im Hatha Yoga werden im Vinyasa Yoga einzelne Positionen, Asanas genannt, nicht getrennt geübt und für mehrere Atemzüge gehalten, sondern fliessend in einem sogenannten Flow miteinander verbunden. Die Abfolge der geübten Asanas ist dabei, anders als im Ashtanga Yoga, nicht fest vorgeschrieben, sondern bleibt der Kreativität der LehrerInnen überlassen. Das macht diesen Yogastil wunderbar abwechslungsreich.

Im Mittelpunkt steht im Vinyasa Yoga die Arbeit mit dem Körper. Durch dynamische Bewegungsabfolgen wird der Körper in alle Richtungen gedehnt und gekräftigt. Die fliessenden Übergänge erfordern hohe geistige Konzentration, wodurch die Gedanken an den Alltag, an Sorgen und To-Do-Listen zur Ruhe kommen können. Neben Asanas bringen viele Vinyasa YogalehrerInnen aber auch Meditationseinheiten, Atemübungen (Pranayama genannt) oder kurze gesungene Mantren in ihren Unterricht mit ein.

Zudem steht eine Vinyasa Stunde oft unter einem bestimmten Thema, was zu Beginn kurz thematisiert wird. Das können philosophische Themen wie Leichtigkeit oder Erdung sein, aber auch spezifische Körperbereiche, zum Beispiel Hüftöffnungen, Rückbeugen oder Drehungen. Vielen Klassen werden musikalisch untermalt, was dich dabei unterstützen soll, in einen geistigen Flow-Zustand zu gelangen.

Der Unterricht beginnt in der Regel mit einem ruhigen Ankommen und einer leichten Aufwärmphase. Darauf aufbauend steigern sich nach und nach das Tempo und die Intensität. Auf dem Höhepunkt der Praxis wird oftmals eine Peak Position geübt, also die für die heutige Stunde anspruchsvollste Asana. Auf diese wird vorab Schritt für Schritt hingearbeitet. Anschliessend wird die Praxis langsam heruntergefahren und mit einem ruhigen Abschlussteil sowie Savasana, der Schlussentspannung, beendet.

 

Die Wirkung von Vinyasa Yoga

Im Vinyasa Yoga bringst du Bewegungen in Einklang mit deiner Atmung – also mit deiner Lebensenergie. Diese kann somit frei fliessen und du löst energetische wie auch körperliche Blockaden über die Zeit auf. Das mitunter schnelle Tempo einer Vinyasa Klasse sowie die fliessenden Übergänge zwischen einzelnen Haltungen erfordern zudem hohe Aufmerksamkeit, wodurch du deine Konzentration trainierst und dich anschliessend wach und klar im Geist fühlst. Auf körperlicher Ebene kräftigst du deine Muskeln, verbesserst deine Flexibilität und entgiftest deine Organe.

Da jede Position individuell angepasst werden kann, ist Vinyasa für AnfängerInnen ebenso wie für Fortgeschrittene geeignet. Die meisten Yogastudios bieten ohnehin Klassen für unterschiedliche Levels an, so dass in den Einsteigerklassen die Basics tiefgehender erklärt werden, während in den höheren Levels herausfordernde Positionen eingebaut werden.

Wenn du Freude an Bewegung hast und dich nach einem ruhigen Geist sehnst, ist das tänzerische Vinyasa Yoga vielleicht genau das, wonach du suchst.

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Miriam Sommer

Miriam Sommer

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Miriam arbeitet als freie Autorin und Yogalehrerin. Durch längere Reisen in fremde Länder wuchs ihre Passion für achtsames, bewusstes Leben und Persönlichkeitsentwicklung. Während sie früher geübte Langschläferin war, ist ihr heute der frühe Morgen die liebste Zeit des Tages.

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