So frühstückt die Welt

So frühstückt die Welt

So frühstückt die Welt - Internationale Frühstücke im Vergleich
Photo by Lisheng Chang on Unsplash

Während deine Tasse an den meisten Orten der Welt morgens mit Tee oder Kaffee gefüllt wird, fällt die Wahl, was auf den Teller kommt, überall sehr unterschiedlich aus. Die internationalen Frühstücksgewohnheiten reichen von klein bis mächtig, süss bis deftig und schnell bis ausgiebig.

In der Schweiz und dem übrigen deutschsprachigen Raum unterscheidet sich das Frühstück in der Regel deutlich von den restlichen Mahlzeiten: Hier gibt es morgens meist Brot oder Brötchen, das typische Müesli oder ab und an einen süssen Hefezopf. In anderen Kulturen ist das nicht immer der Fall – so würde das ein oder andere Frühstücksgericht aus Schweizer Augen eher als Mittagessen durchgehen. Auch gibt es Kulturen, in denen das Frühstück ohnehin keinen grossen Stellenwert hat.

Lass dich inspirieren und bring vielleicht sogar etwas Abwechslung in deine eigenen Frühstückskreationen.

Unterschiedliche Frühstücksgewohnheiten in Europa

Schon innerhalb Europas unterscheidet sich die Frühstücksauswahl enorm. In Frankreich gibt es traditionell Café au lait und ein Croissant mit Marmelade – ähnlich fällt die Wahl in Italien aus. Dort gibt es meist einen Cappuccino (den man in Italien üblicherweise nur morgens trinkt) und ein Cornetto, das italienische Gipfeli, gerne gefüllt mit Marmelade oder Schokolade. In Spanien gelten zumindest an den Wochenenden die frittierten Churros als typisches Frühstück: Die süssen Krapfen werden in Olivenöl gebacken und dann in heissen Kakao getunkt.

In Skandinavien fällt das Frühstück weniger süss und ähnlich zu dem in der Schweiz aus. Dort gibt es in der Regel Brot mit Butter und Käse oder, insbesondere in Schweden, belegte Sandwiches. Was den Kaffee angeht, so sind die SkandinavierInnen grosse Liebhaber vom klassischen Filterkaffee. Ein typischer Brotbelag in den Niederlanden ist morgens Hagelslag – Schoko- oder Zuckerstreusel.

Frühstück im englischsprachigen Ausland

Die BritInnen sind bekannt für ihr typisches English Breakfast. Zum Full English Breakfast, was es oft nur am Wochenende gibt, gehören Spiegeleier, Speck, Würstchen, Bohnen, Toast, Orangenmarmelade, Kartoffelrösti oder Bratkartoffeln und Black oder White Pudding (eine Art Blut- bzw. Grützwurst). Je nach Koch und Vorlieben kommen auch ein paar Pilze oder gedünstete Tomaten auf den Teller. So eine Mahlzeit sättigt auf alle Fälle gut für mehrere Stunden. Für Nicht-BritInnen ist diese eiweiss- und fettreiche Frühstückskombination eher ungewohnt, es gilt: Man liebt’s oder man hasst’s.

In anderen englischsprachigen Ländern wie Irland, den USA, Kanada oder Australien hat das English Breakfast zumindest in Teilen schon Einzug gefunden – wohl auch bedingt durch vergangene britische Kolonialherrschaften. In den USA und Kanada sind ausserdem fluffige Pancakes mit Ahornsirup ein beliebtes Frühstück. AustralierInnen sieht man auf Reisen oft mit einem kleinen Gläschen Vegemite, ein salziger Brotaufstrich auf Hefebasis, in der Tasche. Denn dieser darf auf dem Toast morgens nicht fehlen.

Im englischsprachigen Raum ebenfalls beliebt ist das Porridge: Gekochter Haferbrei mit Früchten, wie wir ihn auch hierzulande kennen.

Frühstück in Asien

Insbesondere in Asien unterscheiden sich Frühstücksgerichte kaum von den späteren Mahlzeiten des Tages. Suppen und Reis- oder Nudelgerichte sind keine Seltenheit, sondern die Regel. In Vietnam gibt es morgens häufig die bekannte Pho-Suppe, in Japan die landestypische Miso-Suppe. Dort gehören aber auch etwa Reis mit Nori (Algenblättern), Fisch, fermentiertes Gemüse und Eier zum Zmorge. In Thailand oder Indonesien gibt es zum Frühstück oft schon gebratene Nudeln oder Reis mit Gemüse, Fisch oder Fleisch und Eiern. Die erste Mahlzeit des Tages in China besteht üblicherweise aus Reis, Dampf- und Sojabrot sowie Sojamilch, in welche das Brot getunkt wird. Am Strassenrand gibt es diverse frittierte und gefüllte Teigtaschen, Knödel oder Nudelsuppen.

Das indische Frühstück besteht häufig aus unterschiedlichen Teigwaren aus Reis- oder Kichererbsenmehl, wie Idlis, Dosas oder Chapatis. Dazu gibt es Chutneys, Linsendhal oder Sambar, eine indische Sauce. Achtung – mach dich hier auch morgens schon auf indische Schärfe gefasst.

Das Frühstückt in Südamerika

Frühstücksgewohnheiten auf dem südamerikanischen Kontinent unterscheiden sich nicht nur nach Land, sondern auch innerhalb einzelner Regionen eines Landes. In Brasilien zum Beispiel isst man je nach Region morgens gerne einen einfachen Toast mit Butter, Brötchen aus Maniokmehl (hergestellt aus den Wurzelknollen der südamerikanischen Maniokpflanze) oder Feijoada, einen Eintopf aus Fleisch und Bohnen. Beliebt sind auch diverse Kuchen aus Mais, Reis, Bananen oder Maniok.

In Teilen Kolumbiens hingegen gibt es morgens zum Beispiel Changua, eine Suppe mit Eiern und Koriander, oder Caldo de Costilla, eine Suppe mit Kartoffeln, Rindfleisch und Kräutern. Auch gebackene Eier kommen morgens häufig auf den Teller. Ein typisches Frühstück in Venezuela sind Arepas: gefüllte Teigtaschen mit Fleisch, Gemüse oder Käse.

Frühstück auf dem afrikanischen Kontinent

Die Frühstücksgewohnheiten in Afrika sind über den Kontinent hinweg ebenfalls sehr unterschiedlich. Gerade in Südafrika ist ein Maisbrei namens Lesotho beliebt, der häufig mit saurer Milch zubereitet wird. Auch in anderen Ländern Süd- und Zentralafrikas gibt es oft Mais- oder Hirsebrei zum Frühstück, aber auch verschiedene Fladen und Pfannkuchen aus Mais oder Bohnen. In Nordafrika frühstückt man gerne frittierte Spezialitäten wie die auch bei uns mittlerweile sehr beliebten Falafeln. In Tansania fällt das Frühstück gerne mal süss aus mit krapfenartigen Hefebällchen und süssen Pfannkuchen.

Oft spürt man in afrikanischen Ländern allerdings auch heute noch den Einfluss ehemaliger Kolonialherren. So sind in Algerien zum Beispiel Baguette und Croissants nicht untypisch zum Frühstück.

Andere Länder, andere Sitten…

…dieses Motto trifft, wie du siehst, auch auf das Frühstück zu. Frühstücksgewohnheiten wie auch -gerichte sind über die Welt verteilt unheimlich unterschiedlich. Es schadet nicht, ab und an einen Blick über den eigenen kulinarischen Tellerrand zu werfen und zu entdecken, wie andere Kulturen ihren Tag beginnen.

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Miriam Sommer

Miriam Sommer

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Miriam arbeitet als freie Autorin und Yogalehrerin. Durch längere Reisen in fremde Länder wuchs ihre Passion für achtsames, bewusstes Leben und Persönlichkeitsentwicklung. Während sie früher geübte Langschläferin war, ist ihr heute der frühe Morgen die liebste Zeit des Tages.

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