Mini-Interviews mit GlücksexpertInnen: Gina Schöler

Mini-Interviews mit GlücksexpertInnen: Gina Schöler

Morgenstund hat Glück im Mund Interviews mit Glücksexperten

Wie starten die Menschen in den glücklichsten Ländern der Welt in den Tag? Was können wir von ihnen lernen? Und welche Morgenrituale machen nicht nur uns selbst glücklich, sondern tun auch unseren Familien gut? GlücksexpertInnen aus Deutschland und der Schweiz liefern in unserer Mini-Interview-Serie Antworten auf diese spannenden Fragen. 

 

 

Gina Schöler Portrait Glück Urbanrise
Photo by Elmar Witt

Gina Schöler – Rote Nase statt rosaroter Brille

Egal, wie voll die nächsten 12 Stunden sein mögen die selbsternannte Glücksministerin Gina Schöler startet am liebsten langsam, intuitiv und vor allem ohne Weckerklingeln in den Tag. Dabei kann sich die Jung-Mama nicht über mangelnde Arbeit beklagen: Seitdem sie 2013 aus ihrer Abschlussarbeit des Design-Masterstudiums das Ministerium für Glück und Wohlbefinden1 gegründet hat, stiftet sie Menschen auf kreativen Wegen dazu an, sich mit dem eigenen Wohlbefinden auseinander zu setzen – und möchte dabei dem Glück die rosarote Brille abnehmen: Es geht darum, auch mit Rückschlägen umzugehen und das Beste aus seinem Leben zu machen.

 

Wie gelingt es dir, gut gelaunt in den Tag zu starten?

Seit neuestem hilft mir mein kleiner Sohn, voller Freude in den Tag zu starten:

Sein Lieblingsspielzeug ist aktuell eine rote Clownsnase, die er gerne bei sich hat und die deshalb des Öfteren in seinem Bettchen zu finden ist. Diese Nase darf ich zu jeder Tageszeit – somit auch morgens direkt nach dem Aufwachen – aufziehen, damit er sich kringeln und lachen kann. Da kann die Weltlage, der Haussegen oder meine Stimmung noch so schief hängen oder ich in meinen Gedankenschleifen und Plänen gefangen sein: Mit einer roten Nase im Gesicht startet es sich gleich ganz anders in den Tag. Probiert es einmal aus! Das Leben ist zu kurz, um ein langes Gesicht zu machen.

 

Welche Rolle spielen Morgenroutinen für dich?

Mir ist klar, dass Routinen – vor allem die Morgenroutine – Grossartiges bewirken können: Zur Ruhe kommen, zur Reflexion einladen, Bewusstsein schaffen, Bewegung in den Tag integrieren, Gesundheit und Ernährung beachten oder Dankbarkeit fördern, um nur einige der positiven Nebenwirkungen zu nennen. Obwohl ich darum weiss und mich viel damit beschäftige, habe ich es (noch) nicht in die Praxis umgesetzt. Vielleicht aus dem Grund, dass ich nicht so gerne Sachen mache, «weil man sie macht», und ab und zu ein bisschen entgegen der Norm lebe? Oder weil man nicht immer alles machen muss, nur weil man in der Theorie weiss, dass es guttäte? Dazu lade ich bei all den ministerialen Aktionen ein: Lasst euch inspirieren, aber erwartet kein Patentrezept. Bedient euch, individualisiert, spinnt die Ideen weiter und macht euer eigenes Ding draus. Das gilt auch für Routinen. Vor allem gilt: sich nicht stressen lassen. Wenn wir schon morgens meinen, leisten zu müssen, indem wir Tagebuch schreiben, Yoga machen, einen Smoothie mixen, Öl ziehen, joggen gehen und so weiter, geht unter Umständen die Leichtigkeit verloren. Und darum geht es doch: intuitiv und mit Freude in den Tag starten. Wenn euch also nach nochmal umdrehen, Nussnougatbrötchen oder einer heissen Badewanne ist, dann macht das und habt Spass dabei!

 

Wer sich morgens bewusst Zeit für sich nimmt und nicht sofort aufs Hamsterrad steigt, der schafft eine gute Basis fürs Glück. Das scheinen nicht nur die Bewohnenden der weltweit glücklichsten Länder zu wissen, darüber sind sich auch GlücksexpertInnen einig. Welche Morgenroutinen zu einem glücklichen Tagesbeginn dazu gehören, das ist jedoch für jeden Menschen unterschiedlich. Ob beim Sport im Freien wie in Schweden, beim gemütlichen Frühstück mit der Familie oder mit einer roten Clownnase im Gesicht Hauptsache, die Morgenstunden werden so richtig ausgekostet!

 

Quellen:

[1] Ministerium für Glück und Wohlbefinden. Verfügbar unter ministeriumfuerglueck.de

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Daniel Hess

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Mini-Interview mit
Irène Wüest

 

 

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Doris Neubauer

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Schreibende, Vernetzende, Reisende und vor allem eine, die nicht still sitzen kann. Und doch ist Meditation neben Yoga sowie der Tasse Kaffee ein unerlässlicher Bestandteil ihrer Morgenroutine. Diese liebt sie genauso wie das Erzählen inspirierender, Mut machender Geschichten.

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