Meditation verändert die Hirnstruktur. Warum das gut ist.

Meditation verändert die Hirnstruktur. Warum das gut ist.

Meditation verändert die Hirnstruktur. Warum das gut ist.
Photo by Ksenia Makagonova on Unsplash

Meditieren ist das neue Yoga: Von Stars bis hin zu Managern trainieren immer mehr Menschen weltweit ihre Achtsamkeit. Auch Forscher befassen sich mit dem Mega-Trend – sie wollen wissen, wie Meditation auf das Gehirn wirkt.

Bevor Meditation zum Mainstream wurde, assoziierte man die Achtsamkeitsmethode in erster Linie mit Religion (allen voran dem Buddhismus), Spiritualität und Esoterik. Doch seit sich vermehrt auch Hirnforscher mit der Thematik befassen und die Wirksamkeit mit Studien belegen, hat sich Meditation als gesundheitsfördernde Massnahme und für viele Menschen als unverzichtbarer Bestandteil der täglichen Routine etabliert. 2010 entsandte der Dalai Lama höchstpersönlich acht Mönche aus seinem engsten Kreis an die University of Wisconsin in Madison, um dort an einer Studie des Neuropsychologen Richard Davidsonteilzunehmen: Dazu begaben sich die Mönche in einen lauten Magnetresonanztomographen (MRT), um darin zu meditieren, während der Hirnscanner alle Veränderungen des Gehirns registrierte. Das Resultat: Ein Teil der Grosshirnrinde, der linke Frontalcortex, zeigte sich viel aktiver als bei Probanden ohne Meditationserfahrung – diese Aktivität ist laut Neurologen typisch für optimistische, glückliche Menschen. Wer unter Depressionen leidet, kann also durch Meditation diese Hirnregion aktiv trainieren.

Gesunder Geist, gesunder Körper

Gesünder, glücklicher und entspannter. Dies sind nur einige der Vorteile, die regelmässiges Meditieren bringen sollen. Dass es sich dabei aber nicht nur um leere Versprechen handelt, belegen etliche wissenschaftliche Studien: So haben renommierte Einrichtungen wie die Harvard Medical School oder das Bender Institute of Neuroimaging (BION) der Justus-Liebig-Universität Giessen den gesundheitlichen Nutzen des Meditierens nachgewiesen. Die Schlafqualität wird verbessert1, der Bluthochdruck gesenkt2 und Angstsymptome gemindert3. Regelmässig Meditierende berichten von Migräneattacken, die plötzlich viel seltener auftreten, einem reduzierten Schmerzempfinden, besserer Laune und gesteigerter Konzentration.

So viel Wohlfühlen, mit so wenig Aufwand. Kein Wunder, dass Meditation die Massen begeistert. Vor allem wenn man bedenkt, dass Stress leider zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden ist: Laut der neuesten Erhebung des Job-Stress-Indexes leidet jeder vierte Erwerbstätige in der Schweiz unter Stress am Arbeitsplatz. Das Warnsignal scheint zum Glück in der Geschäftswelt angekommen zu sein: Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern kostenlose Achtsamkeitsprogramme und Meditationskurse an.

Tipps für Anfänger

Du interessierst dich auch für Meditation? Dann nichts wie los! Denn das Gute am Meditieren ist, dass man es überall machen kann und keine spezielle Ausrüstung dafür braucht. Eine ruhige Ecke ist natürlich von Vorteil. Im Idealfall suchst du dir einen festen Platz für deine Meditation aus. Achte darauf, dass du ungestört bist und schalte unbedingt dein Handy aus. Damit du dich auf die Meditation konzentrieren kannst, solltest du unbedingt dafür sorgen, dass du bequem sitzt. Am Anfang ist es vielleicht einfacher, wenn du auf einem Stuhl sitzt. Wichtig ist, dass deine Wirbelsäule aufgerichtet ist und deine Schultern locker nach hinten fallen. Du kannst auch ein spezielles Meditationskissen zum Sitzen nehmen oder den Schneider- oder Fersensitz ausprobieren. Am Anfang wird es dir wahrscheinlich nicht so leichtfallen, deine Gedanken abzuschalten, darum ist es einfacher, mit einer kurzen 5-Minuten-Meditation zu beginnen und dich dann allmählich zu steigern.

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Quellen

 

[1] Gross, Cynthia; Kreitzer, Mary Jo; Winbush, Nicole (2007). The Effects of Mindfulness-Based Stress Reduction on Sleep Disturbance: A Systematic Review. Zugriff am 01.07.2020 unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18005910/

 

[2] Hughes, Joel W; et. al. (2013). Randomized Controlled Trial of Mindfulness-Based Stress Reduction for Prehypertension. Zugriff am 01.07.2020 unter: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24127622/

 

[3] Goyal, Madhav; John Hopkins Medicine (2014). Meditation for Anxiety and Depression? Zugriff am 01.07.2020 unter: https://www.hopkinsmedicine.org/news/media/releases/meditation_for_anxiety_and_depression

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