Esse dich zum Power Ich

Esse dich zum Power Ich

Ursprüngliche Ernährung des Menschen
Photo by Kaylie Humphrey on Unsplash

Ist unsere Ernährung noch im Einklang mit unserem Körper? Irgendwo zwischen den ersten Königen und dem ersten Mann auf dem Mond haben wir uns immer weiter von unserer vorgesehenen Diät entfernt. Wir haben sie schlicht aus den Augen verloren.

Die Ernährung vom Jäger und Sammler bis hin zum Globetrotter

Der Grund für diese Entwicklung ist simpel: Wir sind vom Ursprung des Jägers und Sammlers zum Bauern und kurz darauf zum Globetrotter respektive zur Generation Ich hole mir, was ich will mutiert. Wir haben es uns gemütlich gemacht und vertrauen darauf, dass die Lebensmittelindustrie uns im Supermarkt mit der für uns richtigen Nahrung versorgt. Jedoch gibt es hier einen Interessenkonflikt: Grosskonzerne oder Restaurants sind oft nicht um unser Wohlergehen besorgt, sondern nur darum bemüht, die Verkaufszahlen des Vorjahres zu steigern. Um dies zu schaffen, wird die Auswahl in den Regalen immer grösser und origineller. Dies führt dazu, dass wir Konsumenten genüsslich zugreifen.

Jedoch übersehen wir dabei, dass die Nahrung nicht mehr unverarbeitet von Mutter Natur in unseren Körper gelangt. Stattdessen wird sie so viele Male verarbeitet, so dass sie unmöglich als Lebenselixier fungieren kann. In der Lebensmittelbranche wird transportiert, geschnitten, extrahiert, gemischt, zugesetzt, fusioniert oder manipuliert, wobei nur eines im Vordergrund steht: Es soll uns Endkonsumenten schmecken. Dabei bleiben unsere benötigten Vitamine und Nährstoffe auf der Strecke und wir nehmen oftmals leere Energieformen zu uns. So haben wir uns im Wahn der heutigen Konsumgesellschaft verloren und in vielen Bereichen von der Natur entfernt.

Die Nahrung, die wir regelmässig essen, kann als Medizin oder Gift in unserem Körper wirken und es liegt an uns, dies zu entscheiden. Da unsere heutige Generation oft unbewusst manipuliert wird, gehen wir gewissenlos mit uns und unserem Körper um und lehnen die Verantwortung dafür gerne ab. Und wenn man doch mal erkrankt, lautet die Devise: Der Arzt kann es ja sicher richten. So haben wir einen übertriebenen Konsum von Genussmitteln wie raffinierter Zucker, viel zu viel Sodium (Salz), leere Kohlenhydrate, Transfette (wie zum Beispiel Frittiertes), Alkohol und Zigaretten.

Auf diese Weise drücken wir wie automatisch den Schalter, der unter anderem für viele unserer Zivilisationskrankheiten der Auslöser ist. Dazu gehören Schlappheit, Konzentrationsschwäche, ein Überschuss an Stresshormonen, Übergewicht, Diabetes, Herzkreislauferkrankungen sowie ein geschwächtes und verwirrtes Immunsystem.

Die ursprüngliche Ernährung des Menschen

Nehmen wir an, dass der Supermarkt nicht existieren würde, und du dir das Essen selbst in der Natur organisieren müsstest. Was würdest du jagen und sammeln? Zum einen würde die Auswahl um einiges kleiner als im Coop, Migros oder im Lieblingsresti ausfallen. Zum anderen wärest du zusätzlich damit beschäftigt, nicht gefressen oder gebissen zu werden oder dich nicht selbst zu vergiften. Kurz: Unser Leben wäre gefüllt mit einer Ladung frischer Luft, viel Bewegung in der Natur und einer grossen Portion Abenteuer. Doch diesen Umgang haben wir verloren und sollten daher versuchen, uns wieder daran zu erinnern.

Um wieder die für deinen Körper gedachte Ernährung zurückzuerlangen, ist es von Vorteil, dass du diese auf 70% pflanzliche Basis umstellst. Das heisst viel Obst, Gemüse oder Nüsse, die du vorzugsweise auf Bio-Höfen oder in Bio-Supermärkten einkaufst. Zudem solltest du immer regionale und saisonale Produkte bevorzugen. Dadurch kannst du weitgehend sichergehen, dass die Lebensmittel frei von Genmanipulation oder hochgiftigen Pestiziden sind und dir noch die nötigen Vitamine und Mineralstoffe liefern. Zusätzlich hilfst du unseren Bio-Bauern und unterstützt den Kampf gegen die Umweltverschmutzung sowie gegen die Globale Erwärmung. Achte ebenfalls darauf, auf dein Hungergefühl zu vertrauen und nur zu essen, wenn du auch wirklich Hunger verspürst. Doch Achtung: Verwechsle das nicht mit deinem Durstgefühl. Das passiert oft, was du wiederum verhindern kannst, indem du täglich zwei bis drei Liter Wasser trinkst. Bei viel Sport und Bewegung oder grosser Hitze solltest du natürlich dementsprechend mehr trinken. Denn wir bestehen aus ungefähr 70% Wasser und sichern dadurch, dass alles hydriert bleibt.

Aber zurück zum Essen, denn es gilt: Für alle, die warme Kost bevorzugen, geht es ran an den Herd. Für alle Faulpelze ist Rohkost der Weg zur Weisheit. Natürlich sind bei beiden Varianten die tierischen Produkte nicht zu vergessen. Sie sind für unseren Körper eine sehr gute Nährstoffquelle. Jedoch solltest du hier besonders darauf achten, woher das Fleisch bzw. der Fisch, die Eier und die Milchprodukte stammen. Denn alles, was das Tier durch die Nahrung oder Umgebung zu sich genommen hat (wie beispielsweise Antibiotika, Hormone oder Giftstoffe), nimmst du ebenfalls zu dir. Am besten erkundigst du dich vor dem Kauf, wie und wo das Tier gehalten worden ist und womit es gefüttert wurde.

Der Genuss von Schoki, Pizza und Co. vs. der Sport

Und jetzt fragst du dich sicher: Wo werden Schoki, Chips oder mein Feierabend-Drink erwähnt? Keine Sorge! Die gute Nachricht ist, dass unser Körper eine kleine Entfettungsmaschine ist und mit dem Abbau von Schadstoffen sehr gut zurechtkommt. Dennoch solltest du, wie überall im Leben, die richtige Balance halten. Ab und zu einen über den Durst zu trinken oder einenCheat Day mit mehr Schoki und Kuchen einzulegen ist völlig in Ordnung. Denn wenn schon jemand so etwas Köstliches wie Pizza oder Donuts erfunden hat, sollte man nicht darauf verzichten müssen. Gönnst du dir dies aber jeden Tag, hat dein Körper ein Problem. Ein Beispiel dafür ist raffinierter Zucker: Er ist in fast jedem Produkt vorhanden und das aus einem guten Grund. Er macht süchtig und kurbelt deinen Appetit an. Somit wird aus dem einen Cocktail schnell ein weiterer, auf dem am Ende ein Döner folgt. Damit das ausgeglichen werden kann, gehen die einen am besten täglich zum Sport und die anderen nehmen wiederum den Bierbauch und die Cellulite in Kauf.

Nur wird dabei übersehen, dass du ähnlich einem Motor nur mit dem passenden Treibstoff die richtige Leistung liefern kannst. Wenn du in dein Auto verschmutztes Benzin tankst, wird es zwar fahren, aber auf die Dauer geht der Motor kaputt. Das gleiche passiert mit deinem Körper. Viel Sport ist toll, aber ohne die richtige Ernährung verschleisst du ihn und merkst es nicht mal. Doch in Kombination mit guten Lebensmitteln wird der Sport zum Wohlergehen beitragen, deine Muskeln definieren und du wirst dich toll fühlen.

Um dich in Topform zu bringen und zu deinem Idealgewicht zu gelangen, steht Sport an zweiter Stelle. Zuerst sollte deine Ernährung stimmen. Das heisst für dich, den Genuss von Süssem oder sehr salzigem Essen, Alkohol, Zigaretten und zu viel verarbeiteten Lebensmitteln einzuschränken oder, wenn möglich, ganz weg zu lassen. Es klingt schwer und erfordert eine Umstellung deines Speiseplanes oder sogar einen Sprung aus der Komfortzone. Aber es lohnt sich!

Tipps für einen genialen Start in den Tag

Du hast sicher eine bevorzugte Morgenroutine, doch versuche, die folgenden Tipps zu integrieren:

Tipp 1: Trinke ein Glas lauwarmes Wasser mit Apfelessig

Trinke nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser mit einem Shot Bio-Apfelessig auf den leeren Magen. Oder falls dir Apfelessig nicht so mundet am Morgen, tut es auch frisch gepresster Zitronensaft.

Das weckt die Lebensgeister, gibt deinem Körper die über Nacht verlorene Flüssigkeit zurück, reguliert deinen Säure-Basen-Haushalt sowie den Cholesterinspiegel, regt die Produktion der Magensäure und deine gesamte Verdauung an. Somit hast du die perfekte Vorbereitung auf dein Frühstück und einen super Detox für deinen Körper.

Tipp 2: Frühstücke ohne verarbeitete Lebensmittel

Zum Frühstück selbst kannst du auch hier die goldene Regel befolgen: bevorzugt Unverarbeitetes. Obst und Gemüse sollten immer Teil von jeder Mahlzeit sein. Greife zu Vollkornprodukten und für jeden, der gerne herzhaft frühstückt, empfehle ich: Statt des Specks zum Frühstücksei probiere es mit Hühner- oder Rinderstreifen vom Bio-Hof. Verfeinere dies zusätzlich mit Chia oder Leinsamen und schon hast du dir ein tolles nährstoffreiches Frühstück gezaubert.

Natürlich gibt es auch einen Vorschlag für unsere Naschkatzen: Eine Schüssel Hafer-Porridge mit Mandel- oder Dinkelmilch, dazu noch Früchte und Honig mischen und ebenfalls mit Chia, Leinsamen und Nüssen garnieren.

Vom Fast-Food-Restaurant zum Bio-Markt

Natürlich transformierst du nicht über Nacht vom Big-Mac-Liebhaber zum Bio-Markt einkaufenden und kochenden Ernährungsexperten. Doch wenn du schon einmal den Fokus auf die richtige Nahrung gelegt hast und du dich ein bisschen damit auseinandersetzt, was das Essen in deinem Leben für eine Rolle spielt, dann bist du auf dem besten Weg zum Power-Ich.

Quellen

Greger, Michael & Sone, Gene (2016). How Not to Die. Entdecken Sie Nahrungsmittel, die Ihr Leben verlängern – und bewiesenermaßen Krankheiten vorbeugen und heilen. Kandern: Narayana.

Share
Martina Mikusic

Martina Mikusic

Zeige alle Beiträge von Martina Mikusic

Die diplomierte Ernährungsberaterin hat sich auf die Wirkung von Nahrung auf den menschlichen Körper und die innere Verfassung spezialisiert. Martina ist eine Weltenbummlerin und ihr Leben ist eine Reise in der sie lernt, um das gelernte weitergeben zu können. „Was wir zu uns nehmen kann heilend, nährend oder giftig wirken… das Wissen und die Balance ist entscheidend.“

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar