Auf den Mond gekommen

Auf den Mond gekommen

Einfluss des Mondes auf uns Menschen
Photo by Altınay Dinç on Unsplash

Mond-Diät, Mondkalender und neuerdings auch spezielle Mondkosmetik. Der Erdtrabant erlebt gerade ein grosses Revival: Die Zahl der Menschen ist gross, die von seinem Einfluss überzeugt sind und ihren Alltag nach den Mondphasen richten. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es kaum. Faszinierend ist es trotzdem.

Es ist knapp ein Jahr her, als der Mond gross gefeiert wurde. Der Grund: Das 50-jährige Jubiläum der ersten Mondlandung. Weltweit würdigte man den Erdtrabanten mit Kunstausstellungen, Live-Konzerten und anderen Events. Der Mond, unser aller Superstar! Mittlerweile ist der Hype um ihn wieder ein bisschen abgeflaut, doch das Interesse für den Mond ist nach wie vor stark.

Wetter und Pflanzen reagieren auf den Mond

Dass sich der Mensch mit der Wirkung des Mondes auseinandersetzt, hat eine lange Tradition. Die alten Römer und Griechen verehrten den Mond als ihre Mondgöttin, Mondphasen wurden beim Ackerbau berücksichtigt. Waldbauern erstellten ihre Jahresarbeitspläne für das Aufforsten, Auslichten und Holzschlagen fast ausschliesslich nach dem Mondlauf und sie kannten auch Zusammenhänge zwischen den Mondphasen und dem Wetter. Eine These, die vor einigen Jahren durch eine Studie1 erstmals nachgewiesen werden konnte: Laut der Forscher erhöht der Vollmond den Luftdruck auf der ihm zugewandten Seite der Erde. Das wiederum erhöht die Lufttemperatur in Bodennähe und senkt die Regenwahrscheinlichkeit.
Doch nicht nur das Wetter, auch die Pflanzenwelt reagiert auf den Mond: So setzen bestimmte Pflanzen ihre Pollen nur bei Vollmond frei2 und je nachdem, bei welcher Mondphase man seine Blumen stutzt, gedeihen sie besser. Davon sind zumindest jene Gärtner überzeugt, die sich an die Empfehlungen von Maria Thun halten. Die verstorbene deutsche Anthroposophin gilt als Pionierin der biodynamischen Landwirtschaft, die ihren Anpflanz-Zeitpunkt nach den Mondphasen richtet. Seit 1963 erscheint ihr jährlicher Aussaatkalender «Aussaattage», der weltweit in 21 Sprachen übersetzt wird.

Leben nach dem Mondkalender

Ob Gartenmagazine, Lifestyle- oder Tierzeitschriften: Immer häufiger finden sich Artikel über die unterschiedliche Wirkung der Mondphasen. Wir erfahren, dass Kaninchenzüchter überzeugt sind, dass besonders schöne und vitale Jungtiere nur dann zur Welt kommen, wenn die Häsin bei einem ganz bestimmten Mondstand gedeckt wird. Oder dass es besser ist, die Haare bei zunehmendem Mond zu schneiden und Stars wie Demi Moore oder Madonna auf die Mond-Diät schwören und darum bei Vollmond ein paar Fastentage einlegen, weil sich genau dann der Stoffwechsel angeblich verlangsamt. Gespräche über den so genannten Mondkalender, der uns anhand der Mondphasen konkrete Alltagstipps liefern soll, sind ebenfalls plötzlich salonfähig geworden und wer über Schlafstörungen bei Vollmond klagt, wird auch nicht schief angeschaut. Wobei letzterer Mond-Mythos erst kürzlich wissenschaftlich3 untersucht wurde. Tatsächlich: Der Vollmond wirkt auf das Hormon Melatonin, wodurch unser Schlaf durcheinandergerät. Probanden der Schweizer Studie hatten Mühe beim Einschlafen und zudem im Schnitt zwanzig Minuten weniger geschlafen. (Gehörst du auch zu den Menschen, die sich bei Vollmond unruhig im Bett herumwälzen? Dann lohnt sich ein Blick in diesen Helsana-Artikel: Hier erfährst du, wie du leichter einschlafen und wie du deine Schlafqualität nachhaltig verbessern kannst.)

Eines steht fest: Der Mond fasziniert uns Menschen. Selbst wenn die Macht des Mondes weitgehend eine Glaubensfrage bleibt. Eine Wirkung muss man ihm – wissenschaftliche Belege hin oder her – allerdings zuschreiben: Nichts ist romantischer als ein Spaziergang oder ein nächtlicher Schwumm im See während einer Vollmondnacht. Allein dafür lohnt es sich, den nächsten Vollmond vorzumerken.

Quellen

[1] Kohyama, Tsubasa; Wallace, John M. (2016). Rainfall variations induced by the lunar gravitational atmospheric tide and their implications for the relationship between tropical rainfall and humidity. Zugriff am 09.07.2020 unter: doi: 10.1002/2015GL067342

[2] Rydin, Catarina; Blinder, Kristina (2015). Moonlight pollination in the gymnosperm Ephedra (Gnetales). Zugriff am 03.07.2020 unter:https://doi.org/10.1098/rsbl.2014.0993

[3] Cajochen, Christian, et al. (2013). Evidence that the Lunar Cycle Influences Human Sleep, Current Biology. Zugriff am 03.07.2020 unter: https://doi.org/10.1016/j.cub.2013.06.029

 

Share
Helsana

Helsana

Zeige alle Beiträge von Helsana

Für deine Gesundheit engagiert.
Mit diesem Blogbeitrag unterstützen wir dich für einen optimalen Start in deinen Tag. Als führende Schweizer Kranken- und Unfallversicherung sind wir für dich da. Ein Leben lang. Zum Beispiel mit Tipps und Wissen für deine Gesundheit.

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar